Bei einem Tauchgang an der Nordküste Menorcas sahen wir eine riesige, dunkle Wolke auf uns zukommen. Ein paar Sekunden später war es als ob jemand den Lichtschalter umgelegt hätte. Fast absolute Dunkelheit. Ein Schauspiel das ich so noch nie erlebt habe. Erst Tage später erfuhr ich dass es sich um Quallen handelt, die gar nicht mal so unbekannt sind. Sogar im Buch "Der Schwarm" von Frank Schätzing wurden sie in einem Absatz über Menorca verewigt. Es handelt sich um Segelquallen (Velella velella), die weltweit in der Hochsee von tropischen und subtropischen Meeren an der Wasseroberfläche aufzufinden sind. Aber auch im wesentlichen Mittelmeer, wie hier vor der Küste Menorcas, wurden schon des öfteren in den Wintermonaten, kilometerlange Teppiche dieser Quallen von der Fähre ( Barcelona - Menorca ) aus gesichtet.
Mit dem Makro - Objektiv konnte ich vereinzelte Segelquallen, direkt am Ausstieg vom Tauchgebiet, an der Oberfläche fotografieren. Mit einer max. Grösse von ca. 8cm gehören sie zu den eher kleineren Vertretern pelagischer Lebewesen. Sie besitzen keinen Mechanismus den sie aktiv zur Fortbewegung nutzen, sondern verwenden ihr Segel, das sie bei Wind mehrere Kilometer am Tag treiben lässt.
Für den Menschen sind Segelquallen absolut ungefährlich, da sie die Haut nicht vernesseln können. Jedoch sollten Strände mit angeschwemmten toten Exemplaren gemieden werden. Der auftretende Gestank ist wirklich übel.
Der englische Name von Velella velella ist "by-the-wind sailor" und trifft es exakt. Bei Flaute geht nichts und dann steht bei diesen Exemplaren, wie auf diesem Foto, erst einmal eine Siesta auf dem Plan. Für mich war das ein willkommener Moment um diese Medusen auch einmal in aller Ruhe bestaunen zu können.
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